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doppelt anders ??!! - hannover filmt queer

(Zur Premiere im Apollo-Kino am 8. Januar 2007 - und zur DVD)

Apollo-Kino, Nachtaufnahme
Filmtitel "doppelt anders ?!! - hannover filmt queer"

Filmprojekt von und mit lesbischen
und schwulen MigrantInnen
und ihren PartnerInnen

Die Ansprechpartnerin für Lesben, Regina Kohrt, und der Ansprechpartner für Schwule, Axel Blumenthal, aus dem Referat für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover suchten lesbische, schwule, bi- und transsexuelle TeilnehmerInnen für ein neues Filmprojekt. Das letzte Projekt "alt und jung - hannover filmt queer" fand bundesweite Beachtung und konnte den ersten Platz im Bundesvideowettbewerb "Video der Generationen" verbuchen. Mit dem Filmworkshop "doppelt anders??!! - hannover filmt queer" wurde lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen MigrantInnen und auch ihren deutschen PartnerInnen eine Plattform geboten, sich kreativ mit ihrem Alltag auseinanderzusetzen. Ziel des Workshops war es, einen Dialog unter MigrantInnen unterschiedlichster Herkunft und zwischen ihnen und der restlichen Community anzuregen. Welche Erfahrungen haben die MigrantInnen gemacht: Im Herkunftsland, in Deutschland, in der Community?

Wie beeinflussen diese Erfahrungen heute ihren Alltag? Gibt es tatsächlich Unterschiede in ihrer Lebensweise? Spielt Religion eine Rolle? Ein weiteres Ziel des Workshops war die Stärkung der Identität der lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen MigrantInnen und ihr Leben in all seiner Unterschiedlichkeit sichtbar zu machen. Der im Filmworkshop Ende September bis Oktober 2006 entstandene Film hatte jetzt PREMIERE.

Alle Genres und Techniken waren zugelassen, wer nicht vor die Kamera wollte, hätte auch dahinter kreativ mitarbeiten können. Das Ergebnis wurde nun im Apollo-Kino in der Reihe "Mongay" erstmals einem größeren Publikum präsentiert und wird anschließend in der Bildungsarbeit eingesetzt werden.

Entstanden ist ein von Anfang bis Ende spannender, niemals auch nur für einen Moment langweilig werdender Zusammenschnitt von kurzen Interviewsequenzen in unterschiedlichen Umgebungen, ergänzt um privates Foto- und älteres eigenes Film-Material der Protagonisten sowie das Nachspielen einer Aggressionserfahrung. Der Film wurde inzwischen ebenfalls als DVD veröffentlicht: Näheres dazu folgt weiter unten.

ProtagonistInnen, ProduzentInnen und FilmemacherInnen auf der Bühne des Apollo nach der Premierenvorführung

Die ProtagonistInnen mit Regina Kohrt und Axel Blumenthal vom Gleichstellungsreferat der Landeshauptstadt Hannover (als ProduzentInnen) und den FilmemacherInnen Jutta Tränkle und Florian Sachisthal (vorne, von rechts) auf der Bühne des Apollo nach der Premierenvorführung
(Foto: Gleichstellungsreferat der Landeshauptstadt Hannover - mit Dank an die Mitwirkenden)

Abbildung der DVD-Hülle

Der Film wird als DVD von der Gleichstellungsstelle der Stadt Hannover gegen eine (nicht kostendeckende) Schutzgebühr von 7,50 € abgegeben. Er kann dort im Neuen Rathaus gegen Bares werktags von 10:00-18:00 Uhr abgeholt werden (vielleicht aber sicherheitshalber unter Tel.-Nr. 0511/168-41080 vorher anrufen, ob das Büro am jeweiligen Tag wirklich besetzt ist) oder kann dort auch (zzgl. Portokosten) bestellt werden, ebf. telefonisch sowie auch per email an

regina.kohrt@hannover-stadt.de    oder

axel.blumenthal@hannover-stadt.de

Logos der Landeshauptstadt Hannover und der Sponsoren
"Beipackzettel" der DVD:

DOPPELT ANDERS ??!! -
HANNOVER FILMT QUEER

Aus Holland und schwul? Aus Polen und lesbisch? Aus Russland aber bisexuell?
Türkischdeutsch oder deutschindisch?

Wer ist wie anders und wie leben wir zusammen?
Fünf Menschen aus Hannover mit migrantischem Hintergrund und deren Freunde erzählen ihre eigenen, gelebten Geschichten. Erwartet wird Diskriminierung, gezeigt wird Normalität. Sie erzählen über ihre Wege der Identitätsfindung und die Veränderungen im Laufe ihres unterschiedlich langen Lebens. Wie das Coming Out mit den Eltern aus ganz anderen Kulturkreisen erlebt wird. Wie man sich Achtung in der Schule erkämpft. Oder wie man vor der alltäglichen Diskriminierung resigniert. Wie man sich gar nicht mehr "anders" fühlt, auch wenn die eigene Hautfarbe oder ein Akzent die deutsche Umgebung zum Vorurteil anregt. Die fünf Protagonisten von "Doppelt Anders??!!" erzählen auch davon, wann sie als Exoten der "Szene" galten oder wie sie traumatische Ereignisse in Kreatives und Künstlerisches umwandelten. Alle diese Erlebnisse könnten unterschiedlicher und spannendender nicht sein, trotz ihrer augenscheinlichen
Gemeinsamkeit.

Am Ende steht für jeden die eigene Geschichte.

Das "Referat für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover" lud - in Kooperation mit der Stiftung "Leben und Umwelt" und dem Freizeitheim Vahrenwald - im Oktober 2006 zum zweiten Male hannöversche Lesben und Schwule ein, ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

Nach dem Thema "Kommunikation zwischen den Generationen" (siehe "alt und jung - hannover filmt queer") stand diesmal das Thema "Lesben, Schwule und Migration" im Mittelpunkt.
 
Trotz langjähriger Bemühungen der Landeshauptstadt um die Integration von MigrantInnen waren Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund weitgehend unsichtbar geblieben.

Auch während der Vorbereitung der Workshops, die in enger Zusammenarbeit mit einigen der TeilnehmerInnen erfolgte, wurde deutlich, dass es schwierig werden würde, Menschen vor die Kamera (oder selbst dahinter!!) zu bewegen. Vielfach herrschten Angst und Unsicherheit.

Allen Beteiligten ist klar, dass die Auswahl der TeitnehmerInnen und somit die geschilderten Geschichten nicht repräsentativ sind. Aber: gibt es das überhaupt: "repräsentativ"??

Wenn es eins gibt, was während der Workshops an zwei Wochenenden in einer angenehmen und vertrauensvollen Atmosphäre zwischen den Teilnehmenden, den Veranstaltern und den Filmemachern, Jutta Tränkle und Florian Sachisthal deutlich wurde, dann ist es, dass es auf die rethorische Frage "doppelt anders??!!" mehr als eine Antwort gibt.

Die entstandenen einfühlsamen Portraits der TeilnehmerInnen zeigen individuelle Geschichten, Erfahrungen und Strategien auf, mit "Verschiedenheit" oder "Gleichheit" umzugehen. Sie zeigen, dass ein selbstbewusstes Leben als Lesbe oder Schwuler mit Migrationshintergrund möglich ist und machen so Mut zur Nachahmung. Und sie werfen darüber hinaus einen weiteren Blick auf eine Facette des lesbisch-schwulen Lebens in Hannover.

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© Stadt Hannover / Gleichstellungsreferat und HuK Hannover e.V. 13.01.2007, 08.02.2007 - letzte Änderung am 04.04.2007